Ostern ganz direkt, anders sowie mit allen Sinnen erleben

 

Für manche ist Ostern, als das wichtigste christliche Fest, aus dem Blick gekommen, obwohl es eigentlich die zentralste Botschaft für uns Christen offenbart. Jesus geht für uns durch das größte Leid und erlöst uns stellvertretend vom ewigen Tod und schenkt uns durch sein Sühneopfer das ewige Leben. Doch häufiger steht das Christfest (sprich Weihnachten) im Fokus unserer christlichen Welt. Das feiern wir sinnlich, emotional, voller Hingabe und persönlicher Nähe. Da aber ursprünglich und theologisch gesehen das Osterfest eine so zentrale Rolle spielt haben wir uns in Ravensburg gesagt, diese Botschaft muss auf besondere Weise erneut unter die Leute gebracht werden. Da der Ostergarten auf unseren Indoor-Konficamps ein wichtiger inhaltlicher Baustein ist und die Konfirmanden von dem Erlebnis in den Räumen des Ostergartens sehr angetan sind und es immer wieder zu guten Gesprächen im Anschluss kommt, wollten wir dieses Projekt auch der Öffentlichkeit zugänglich machen. So wird der Ostergarten in diesem Jahr (vom 23. März – 5. April) im Gemeindehaus Meckenbeuren – und zum vierten Mal im Kirchenbezirk – aufgebaut und angeboten. Der erste Ostergarten öffnete bereits vor 15 Jahren im Gemeindehaus in Linkenheim-Hoch­stetten ihre Pforten. Seitdem sind in ganz Deutschland Ostergärten verstärkt im Kommen.

In den detailreich dekorierten neun Räumen der Passions- und Ostergeschichte mit stimmungsvoller Beleuchtung und feinfühligen Einspielern wird die Geschichte von den letzten Tagen Jesu in Jerusalem wie in einer Zeitreise spür- und erlebbar. Der Einstieg geschieht mit dem Einzug Jesu in Jerusalem am sogenannten Palmsonntag. Das gemeinsame Passahmahl wird mit der neuen Bedeutung, die Jesus ihm gab, gemeinsam erlebt und geschmeckt. Über die bedrohlichen und schmerzvollen Stunden im Garten Gethsemane, beim Hohepriester und Statthalter Pilatus sowie in der Todesstunde am Kreuz und dem tiefschwarzen Grab, das durchschritten wird, tauchen die Besucher ganz in die Geschichte ein und vergessen, dass draußen der ganz normale Alltag/Wahnsinn weitergeht. Der Besucher bleibt genau wie Jesus nicht im dunklen Grab stecken, sondern erlebt die fröhliche Wendung der Geschehnisse. Der Rundgang mündet im Auferstehungsbereich, wo die frohe Kunde der wunderbaren Auferstehung geschildert wird. Im Anschluss können die Besucher in der sogenannten Oase ihren Gedanken und Gefühlen Ausdruck verleihen, indem sie kreativ Angebote wahrnehmen, mit Mitarbeitern ins Gespräch kommen oder ein Gebet für eine Gebetsecke aufschreiben können. Jede Ostergartentour wird haupt- wie ehrenamtlichen Menschen aus dem Jugendwerk und der örtlichen Gemeinde geführt. Dabei erfährt jede Führung eine persönliche Färbung und ein persönliches Zeugnis des Führenden. Im letzten Jahr waren wir stolz 2000 Menschen erreicht zu haben – darunter viele Kinder, Schulklassen, Konfirmanden- und Jugendgruppen und auch Erwachsene bis hin zu Senioren. Viele Besucher sind sehr vom Ostergarten berührt, erleben den Weg Christi für sich ganz persönlich und sind von dem großen Engagement, der dazugehört, beeindruckt. Sie spüren etwas wieder von der emotionalen Dichte die dieses erlebnisorientierte Projekt bietet und kommen verstärkt in Kontakt mit der Osterbotschaft und ihrem persönlichen Leben. Durch das Hören, Sehen, Tasten und Schmecken sind einige Besucher sehr angerührt und können damit die Osterbotschaft auch für oder in ihrem Leben verstehen bzw. sehen. So sind auch die Rückmeldungen aufzufassen, die von Besuchern aufgeschrieben worden sind:

„Ich habe die Osterzeit/-geschichte viel intensiver wahrgenommen!“

„Jesus geht den Weg für uns!“

„Was ich schon immer wusste, ist ins Herz gerutscht!“

„Der Tod gehört zum Leben, ist aber nicht das Ende!“

Durch die persönliche Hingabe der führenden Jugendlichen und Erwachsenen wird die persönliche Dimension des Ostergeschehens verstärkt. Sie geben dem ganzen eine zusätzliche Tiefe und Authentizität. Deswegen erachten wir das Angebot in der Oase als sehr wichtig, dem nachgehen zu können, was an Gedanken, Emotionen, Fragen, Zweifel und Erkenntnissen da ist und dem Zeit zu schenken, so dass es sich setzen kann oder durch kreative Äußerungen verstärkt oder genau gefasst werden kann. Durch das Aussprechen können der Fragen und Zweifel, durch das Zuhören und Aushalten, durch das Antworten und gemeinsame Suchen sowie durch eine gelebte Zugewandtheit und Offenheit, können mithilfe eines solchen Projektes viele Menschen unterschiedlicher Hintergründe und Milieus angesprochen werden. So ist es auch kein Wunder, wenn wir unser Projekt wie folgt betiteln: „Ostergarten – mit allen Sinnen erleben“! Weitere Informationen zu Ostergärten allgemein finden sich hier: www.sinnenpark.de.

für das evangelische Jugendwerk Bezirk Ravensburg: David Scherger

 

Bilder: Hubert Vogt